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Karate

Was ist Kata ?

Auf Okinawa und nach der Einführung auf dem japanischen Festland bis in die 30er Jahre bestand Karate fast ausschließlich aus Katas. Kata bedeutet wörtlich: festgelegte Form und ist die stilisierte Form eines Kampfes gegen mehrere imaginäre Gegner. "Es dauerte drei bis fünf Jahre, bis eine Kata ganz gelernt war…“ Kata gibt es nicht nur im Karate oder anderen Budokünsten, son dern in allen Formen traditioneller japanischer Künste. Durch die Katas wurden diese Künste von Generation zu Generation über liefert. Sie waren und sind die Textbücher dieser Künste. Kata ist geeignet für die Beherrschung der Technik und besonders zum Schulen der inneren Haltung:
  • Atmung,
  • Ruhe,
  • Gelassenheit,
  • Sicher heit,
  • Entschlusskraft,
  • Kampfgeist undRhythmus.
Die Katas sind auch ideal zum Durchtrainieren des ganzen Körpers, weil in ihnen alle Techniken des Karate in ganz genau festgelegter Reihenfolge auf tauchen. Vor allem durch das "Studium“ der Katas erlangt man Harmonie und Rhythmus, gelangt zu innerer Gelassenheit, Sicherheit und Ausstrahlung.

Die Koordinationsfähigkeit und die Konzentrationsfähigkeit werden durch das Erlernen und Üben von Katas ebenfalls gesteigert. Etwa 50 Katas insgesamt werden heute in den verschiedenen Karatestilen zusammen geübt. Manche sind durch die Jahrhunderte überliefert, andere sind erst in neuerer Zeit entwickelt worden.
  • Jede Technik und jede Bewegung einer Kata ist in Reihenfolge und Richtung genau festgelegt.
  • Jede Kata beginnt mit einer Abwehrtechnik. Dies soll den defensiven Charakter dieser Kampfkunst unterstreichen.
  • Jede Kata beginnt und endet an demselben Punkt.
  • Jede Kata läuft nach einem ganz bestimmten Schrittdia gramm ab (japanisch: Embusen).
  • Jede Technik und Bewegung der Kata, ob Angriffs- oder Block technik, muss in ihrer Bedeutung klar verstanden sein und so zunächst bewusst und später unbewusst ausgeführt werden.
Studiere und übe deshalb die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten mit einem Partner!
Motto: Nur so wird die Kata mit Leben erfüllt - auch Kata ist Kampf!

Diese Bewusstheit beim Vorführen einer Kata erstreckt sich auch darauf, dass jede Technik gezielt ausgeführt wird, dass man die imaginären Gegner und ihre Angriffe ganz bewusst „sieht" und entsprechend reagiert. Diese Bewusstheit diese Wachheit - Wachsamkeit - bezeichnet der Japaner als Zanshin. Dieser Begriff hat in allen Kampfkünsten große Bedeutung. Zans hin ist auch besonders wichtig am Schluss einer Kata, wo man voller kampfbereiter Wachsamkeit noch einige Sekunden in der letzten Technik verharrt und erst dann, wenn kein weiterer „Angriff“ mehr erfolgt, langsam und ruhig wieder die Grundstel­lung einnimmt und sich dabei vollkommen löst (Entspannung), äußerlich (Muskeln) und innerlich (Geist, Seele).

Die ersten Freikampfmeisterschaften fanden 1957 statt. Kumite (= Kampf) ist also ein ver hältnismäßig neuer Aspekt des Karate.

Quelle: Albrecht Pflüger, 25 Shotokan-Katas, 1993


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